Physik-Weltcup in Taiwan

Deutsche Nationalmannschaft mit fünf Schülern wurde in Ulm nominiert

19.06.2013

Das Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ®) hat an seinem Ulmer Standort die fünf Mitglieder des deutschen Teams für das International Young Physicists’ Tournament (IYPT), den Physik-Weltcup für Schüler, nominiert. Das IYPT findet vom 24. bis 31. Juli in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh statt. Aus Erlangen wird Lars Dehlwes teilnehmen, aus Lörrach Marcel Neidinger, aus Berlin Yijang Huang, aus Meißen Mats Ole Ellenberg und aus Biberach an der Riß Michael Kern, der Captain des Teams.

„Mit der diesjährigen Nominierung ist es uns erstmals gelungen, fünf Kandidaten von fünf unterschiedlichen Förderzentren oder Schulen zu nominieren“, erklärt Rudolf Lehn, der Leiter des SFZ®. Viele Jahre lang hatten vor allem Teilnehmer des SFZ® an diesem wichtigsten Physik-Wettbewerb für Schüler teilgenommen. „Mit der diesjährigen Auswahl ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem nationalen Vorentscheid vollzogen worden, der ab kommendem Schuljahr unter der Schirmherrschaft der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) die Teilnehmer bundesweit ermitteln soll“, so Lehn ergänzend. Wie schon im vergangenen Jahr, als das IYPT erstmals in Bad Saulgau ausgetragen wurde, haben Physik-Studenten, die als Schüler selbst am IYPT teilgenommen hatten, interessierte Schüler für diesen anspruchsvollen Teamwettbewerb begeistert und Teammitglieder ausgewählt.

Bis zur Abreise nach Taiwan wird sich das Team regelmäßig am Ulmer Standort des SFZ®  treffen, um die Präsentationen auf Englisch vorzubereiten. Schon seit Monaten haben die ungefähr 30 Kandidaten, von denen nun fünf das Rennen gemacht haben, sowohl an ihren Wohnorten als auch bei regel-mäßigen Vorbereitungsseminaren in Ulm an den Projekten gearbeitet. Beim entscheidenden letzten Treffen stellten die Kandidaten ihre Projekte vor und diskutierten und beurteilten gegenseitig ihre Lösungsansätze. Damit übten sie zugleich den Ablauf des Physik-Weltcups. Denn die 17 komplexen Forschungsaufgaben müssen schon vor Beginn des Wettbewerbs gelöst werden. Während des einwöchigen Turniers müssen sie dann in einem verbalen Schlagabtausch („physics fights“) gegen die Konkurrenz aus über 30 Ländern verteidigt werden.
 
Die Projekte greifen häufig Alltagsphänomene auf, die oft sehr hohe Anforderungen an die Nachwuchsforscher stellen. Etwa Aufgabe 13: Wenn man zum Beispiel Honig auf ein Toastbrot träufelt, kann man beobachten, dass er sich zu Spiralen aufwickelt. Doch warum verhalten sich zähflüssige Stoffe so? Dies müssen die Schüler herausfinden und physikalisch erklären. Oder Aufgabe 17: Wahrscheinlich hat schon jeder beobachtet oder erlebt, wie sich ein Gartenschlauch plötzlich schlangenartig in Bewegung setzt, wenn man den Wasserhahn öffnet und der Schlauch frei im Rasen liegt. Wie lässt sich das Phänomen wissenschaftlich erklären?


Teilnehmer:
Michael Kern (Captain), (18 Jahre), Biberach
Wieland Gymnasium, Biberach
Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ®), Ulm

Mats Ole Ellenberg (15 Jahre), Meißen
Landesgymnasium Sankt Afra, Meißen

Yijang Huang (17 Jahre), Berlin
Herder-Gymnasium, Berlin-Charlottenberg

Marcel Neidinger (17 Jahre), Lörrach
Hans-Thoma-Gymnasium, Lörrach
Phænovum Schülerforschungszentrum Dreiländereck Lörrach

Lars Dehlwes (17 Jahre), Erlangen
Ohm-Gymnasium, Erlangen
Erlanger Schülerforschungszentrum für Bayern (ESFZ Erlangen)

Ansprechpartnerin:
Bettina Zeiß, Rombach & Jacobi Kommunikation
E-Mail: zeiss@dont-want-spam.rombach-jacobi.de
Telefon: 0711 939230-22
Handy: 0171 9320775

Weitere Informationen:
www.facebook.com/iypt2012
www.sfz-bw.de
www.iypt.org/Tournaments/Taipei
 
 
Informationen über das Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ®)
Das Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ®) mit dem Hauptsitz in Bad Saulgau und Standorten in Ulm, Tuttlingen, Überlingen, Tübingen und Fried-richshafen wurde 1999 gegründet, nachdem zum zweiten Mal ein deutsches Team mit Schülern aus Oberschwaben beim wichtigsten Physikwettbewerb für Schüler, dem „International Young Physicists‘ Tournament“ (IYPT), den ersten Platz belegt hatte. Beim IYPT hat die deutsche Mannschaft inzwischen siebenmal Gold gewonnen – so oft wie keine andere Nation und immer mit Beteiligung von Teilnehmern des SFZ®.
Das SFZ® ist Nachwuchsschmiede, Ideenwerkstatt, Forschungslabor, Wissens-zentrum, Hochbegabteneinrichtung – und sozialer Treffpunkt: Mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Altersgruppen und aus vielen Teilen Baden-Württembergs kommen regelmäßig nach Bad Saulgau oder einen der weiteren Standorte, um eigenständig zu forschen, ohne feste Vorgaben und ohne Stundenplan. Mitbringen müssen die jungen Forscher Neugier, Durchhaltevermögen, die Bereitschaft, im Team zu arbeiten und an Wettbewerben teilzunehmen. Sie lernen selbstständig zu arbeiten, gemeinsam mit anderen komplexe Fragen zu erforschen, ohne vorher zu wissen, ob es dafür eine Lösung gibt. Sie lernen zu forschen und erlernen Techniken und Fähigkeiten, die sie auch später im Studium oder im Beruf brauchen.
Im SFZ® wird Leistung auf höchstem Niveau erbracht. Trotzdem ist das Schüler-forschungszentrum keine exklusive Hochbegabteneinrichtung. Zwar sollten die Teilnehmer Leistungsbereitschaft, Neugier und gute Mathematikkenntnisse mitbringen, genauso wichtig aber ist die Bereitschaft im Team zu arbeiten. Soziale Kompetenzen werden auf diese Weise ebenfalls gefördert. Neben Forschungsprojekten aus der Physik werden auch Fragestellungen aus der Mathematik, Informatik und Informationstechnik, Chemie, Biologie, Geowissenschaften und dem Bereich Technik untersucht. Für Grundschüler werden Physikwerkstätten angeboten.
Die meisten Teilnehmer des SFZ® entscheiden sich nach ihrem Abitur für ein technisches Studienfach. Denn das SFZ® möchte vor allem dem Nachwuchs-mangel in den Ingenieurberufen entgegenwirken und bietet interessierten und leistungsbereiten Schülern der Mittel- und vor allem Oberstufe an Gymnasien die Möglichkeit, außerhalb des schulischen Unterrichts eigenständig zu forschen oder sich gezielt auf Wettbewerbe vorzubereiten. Jeder Schüler bestimmt selbst, wie oft er ins SFZ® fährt. Denn gearbeitet wird nicht nur in Bad Saulgau, sondern auch zu Hause oder an den Herkunftsschulen der Schüler. Circa 300 Schüler besuchen pro Jahr regelmäßig das SFZ®. Finanziell unterstützt wird das Schülerforschungszentrum vom Land Baden-Württemberg, der Stadt Bad Saulgau, dem Landkreis Sigmaringen, von Stiftungen, Unternehmen und privaten Spendern.

Weitere Informationen und Downloads

v.l.n.r.:, Marcel Neidinger Mats Ole Ellenberg, Michael Kern und Yijang Huang (auf dem Bild fehlt Lars Dehlwes)